ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner

ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN Dana Wagner
3. Juni 2013
ITU LANGDISTANZ WELTMEISTERIN
 
Am 1. Juni durfte ich bei meiner ersten Weltmeisterschaft bei der Elite das deutsche Nationaltrikot überstreifen. Im französischen Belfort fand die ITU Langdistanz Weltmeisterschaft statt. Aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse, einstelligen Temperaturen und viel Regen musste das ursprüngliche Format von 4km Schwimmen – 120km Rad – 30km Laufen auf 9,6km Laufen – 87km Rad – 20km Laufen abgeändert werden. Auch wenn es kein Triathlon mehr war, so war die anspruchsvolle Strecke absolut weltmeisterschaftswürdig.
Der erste Lauf war eine erweiterte Runde um den Lac de Malsaucy mit zwei giftigen, steilen und langgezogenen Anstiegen. Ich erwischte nicht den besten Start und bin eher keine Bergläuferin, sodass ich die meisten meiner Konkurrentinnen erst einmal ziehen lassen musste. Allerdings lief ich auch ein wenig taktisch. Ich überlegte, wie viel Zeit ich verlieren würde, wenn ich etwas Tempo rausnahm, gegenüber dem Vorteil, relativ frisch aufs Rad zu steigen und entschied mich für die ‚Mehr-Raddruck-Variante‘.
Nach einem sehr langen Wechsel, bei dem ich noch Neoprenüberschuhe und eine Weste anzog, stieg ich endlich aufs Rad. Zunächst kam ich nicht so gut wie erhofft in Schwung, aber kurz vor dem Ballon d’Alsace mit seinen 1178 Höhenmetern fand ich endlich meine Beine. Nachdem ich die ersten Athletinnen einsammeln konnte und einen angenehmen Rhythmus gefunden hatte, stieg die Motivation immer mehr und auch die knapp über Null Grad und durch tiefhängende Wolken eingetrübte Sicht störten nicht. Die Abfahrt bin ich für meine Verhältnisse sehr langsam gefahren, da sich die Straße rutschig anfühlte und der Belag häufig wechselte. Das Letzte, was ich riskieren wollte, war ein Sturz bei der Kälte. Auch nach der Abfahrt fand ich meinen Rhythmus wieder und wie im Flug verging die Zeit bis zur Wechselzone. Schade, dass wir nicht die ursprüngliche längere Strecke fahren durften, aber es warteten ja noch 20 bergige Kilometer zu Fuß auf mich.
Ich stieg als 10. vom Rad und sah im Wechselzelt noch die auf Platz 9 liegende Spanierin. Nach einem besseren Wechsel als mein erster verließ ich nur wenige Sekunden nach ihr das Zelt und konnte auf den ersten km den Abstand sogar ein wenig verringern, obwohl sie beim ersten Lauf etwa 4,5 Minuten schneller als ich war. Doch dann bekam ich die Berge zu spüren und meine fehlende Berglaufpraxis. Meine Oberschenkel begannen bei jedem Schritt zu verkrampfen und ich musste Tempo rausnehmen. Zeitweise war ich am Zweifeln, ob ich es überhaupt bis ins Ziel schaffen würde.
Mittlerweile lag ich aber auf Platz 9 und ich wollte bei meiner ersten Elite-WM unbedingt ins Ziel kommen. Nachdem die zweite Laufrunde sehr schmerzhaft war, war ich dann total erleichtert, als ich endlich in den Zielkanal einbiegen durfte. Nun galt es nur noch, auf dem unebenen Untergrund und meinen langsam versagenden Beinen vor all den Zuschauern auf den Grand Stands nicht mehr zu stürzen. Nach 5:13 Stunden Wettkampfdauer erreichte ich dann als 9. das Ziel und als Bonus gab es den Weltmeisterschaftstitel mit der Mannschaft für uns drei deutsche Frauen! Ein tolles Gefühl, oben auf dem Podium zu stehen, eine ‚echte‘ WM-Medaille umgehängt zu bekommen und die deutsche Nationalhymne zu hören. Ich würde sagen, das war einer meiner beeindruckendsten und schönsten Momente seitdem ich diesen Sport betreibe. Einfach Wahnsinn!
 
Vielen Dank allen meinen Unterstützern, die mich auf meinem Weg begleiten und ihren Teil zu meinem Erfolg beigetragen haben!